Donnerstag, 10. November 2016

RUMS mit Wolldascherl

Irgendwie häufen sich beim stricken meine angefangenen Projekte, andauernd finde ich noch eine Anleitung, die ich unbedingt GLEICH ausprobieren muss oder bekomme Wolle, die ich GLEICH anstricken muss oder es kommen eben noch Weihnachtsgeschenke hinzu, die parallel zum "üblichen Kram" entstehen.


Jedenfalls hat es sich abgezeichnet, dass die beiden Wolltäschchen, die ich bisher mein Eigen nenne nicht mehr ausreichen. Das eine ist eh voll mit Rundstricknadeln, das andere mit dem jeweils aktuellen Sockenprojekt und wenn dann noch was dazu kommt... Hat man den Salat.

Also habe ich nur für mich, genau in meinen Farben mit einem Stück Spitze von einem Shirt, das mein Mann nie leiden konnte, ein Wolltäschchen genäht. Das darf dann jetzt erstmal bei RUMS teilnehmen.


Und weil bald Weihnachten wird und andere liebe Menschen auch Täschchen brauchen, in denen sie ihre 100g-Projekte verstauen können, habe ich noch eins genäht.


Aus einem alten, wohlgehüteten IKEA-Stoffrest und der Grinsekatze von *hier*, diesmal aber in ganz anderen Farben. Gefällt mir super.


Und das mit der eingenähten Zackenlitze an der Klappe hat auch erstaunlich gut geklappt. dafür, dass es der erste Versuch war.
Also alles shiny an der Nähfront gerade.

Mittwoch, 2. November 2016

Frankensteins Hund

Wir sind ja alle noch schön an Halloween gewöhnt, der Grusel ist ja fast noch allgegenwärtig, die Süßmaus ist sogar noch Mitte November zu einer Grusel-Geburtstagsparty eingeladen und Flauschi feiert nach den Herbstferien ein Halloween-Fest in der Schule.

Also geht auch nochmal was ganz wirklich gruseliges, oder? Mein Bruder hat nämlich einen Kuschelhund, beide - der Bruder und der Hund - sind 33 Jahre alt und anders als bei vielen anderen Menschen spielt das erste Kuscheltier immer noch eine größere Rolle in seinem Leben.

Jedenfalls hatte das betagte Hundchen vor einer Weile bei einer kleinen Kappelei zwischen Bruder, seiner Freundin und dem Hund einen Unfall und der Kopf riss ab. Die Freundin hat ihn provisorisch wieder angenäht, aber es blieb irgendwie wulstig. Und als dann auch noch verschiedene andere Nähte aufplatzten, trat der Bruder an mich heran, ob ich nicht mal "was machen" könnte.


Ich hab' also mal angefangen, das farblich unpassende, viel zu dicke und sichtbar vernähte Garn aufzutrennen und wie erwartet, hatte ich hinterher ein ziemlich kopfloses Wesen vor mir.


Die Füllung war auch schon ziemlich bröselig und stank, so dass ich vor dem Zusammennähen den Schaumstoff durch Füllwatte ersetzt habe.


Das Zusammennähen war teilweise der reinste Eiertanz, der morsche Stoff riss mir unter der Nadel aus und ich habe an einigen Stellen tricksen müssen, damit der Hund wieder "einteilig" wurde.


Immerhin, das Werk ist gelungen, der Kopf ist wieder auf dem Hals und auch wenn der Hund jetzt laut Bruder eine veränderte Persönlichkeit ausstrahlt - halslos, dick gestopft und so ekelhaft frisch gewaschen riechend - denke ich trotzdem, dass das Projekt ein Erfolg war, zaubern kann ich eben auch nicht und auch bei Menschen hinterlassen die Jahre ja bekanntlich ihre Spuren.


Dienstag, 1. November 2016

Vampirin zu Halloween

Man kann von Halloween denken, was man will: "Noch so ein kommerzialisiertes Fest, dessen wirklichen Ursprung kaum jemand kennt und von dem man nur einen Bruchteil dessen feiert, um was es geht."


Mit einem knapp siebenjährigen Mädchen, das man bewusst "ganz normal" und nicht außerhalb des Mainstreams (ohne Süßkram, nachhaltig, medienlos, bio und vegan - um nur ein paar Stichpunkte in den Ring zu werfen) erziehen möchte, kommt man um diese Gelegenheit nicht drumherum.


Verkleidungsfeste sind super, wenn man dann noch Spaß haben, um die Häuser ziehen und Süßkram bekommen kann, kommt der Tag gleich nach Geburtstag und Weihnachten in der Rangliste der tollen Tage.

Und eine Mischung aus gruselig und chic, das will doch jedes Grundschulmädchen sein - was allein schon der ungebrochene Boom der "MonsterHigh School" (siehe auch meinen kürzlich veröffentlichen *Post* über Nachthemden) beweist. Das große Vorbild der Süßmaus ist nun also Draculaura, und meine Aufgabe war ein entsprechendes Kostüm zu "erfinden".


Das dunkelrote Samtkleid hatte ich vor ungefähr neun Jahren für die große Tochter genäht, nach einem burda-Schnitt - damals war mir das Thema "Belege" noch völlig rätselhaft, so dass ich einfach den Halsausschnitt umgenäht habe - nicht sehr professionell, aber der hochflorige Samt vertuscht so einiges.



Da die Süßmaus so langsam an Armen und Beinen aus dem Kleid herauswächst, habe ich gleich mal mit einer dramatischen Spitzenborte verlängert, das macht was her und erfüllt den Zweck, dass das Kleid noch eine Saison länger tragbar ist.


Der Umhang ist nach der Anleitung *Duchess-Umhang von Natron und Soda* entstanden, ich habe ihn in Kindergröße umgerechnet und gebetet, dass alles gut geht, denn vom Wollstoff-Coupon im Reste-Angebot gab es gerade mal einen Meter bei einer Breite von 1,56m. Eine Gewandschließe habe ich auch noch dazugekauft, so dass das Cape ziemlich stilecht aussieht.

Leider wusste die Jungvampirin ein rotes Satinfutter nicht zu schätzen und auch die Zipfelkaputze wurde nur sehr widerwillig für zwei schnelle Fotos übergezogen. Naja - kommt noch, in 15 Jahren in Leipzig zum Beispiel...


Auf spitze Eckzähne musste die Süßmaus komplett verzichten, wir hatten welche gekauft, die man eigentlich mit alkoholverdünntem Kleber auf die eigenen Eckzähne hätte kleben können, das war mir dann aber doch zu arg. Und die Variante, die Eckzähne mit Kaugummi festzukleben, hat leider nur Sekundenbruchteile gehalten. Trotzdem war der Spaß groß und der Rest der Schminke einigermaßen beeindruckend. 

Jetzt gibt es jedenfalls für die nächsten Wochen genug Süßkram, so dass ich vorerst nicht fürchten muss, im Schlaf ausgesaugt zu werden.

Freitag, 28. Oktober 2016

Wolldascherls

In einem Socken-Strick-Forum auf ravelry, in dem ich Mitglied bin, wird monatlich die schönste Socke mit einem kleinen Preis dotiert, dazu erklären sich einige Mitglieder am Jahresanfang dazu bereit, etwas beizusteuern, sei es Wolle, ein Anleitungsbuch, ein Projekttäschchen, alles, was man halt brauchen kann als Strickbegeisterte.


Ich wollte gern ein *Wolldascherl* von *Marina alias Charlotte Fingerhut* beisteuern und Ende September war es dann soweit, die liebe *Edda von farbularasa* hat das schönste Paar Socken genadelt und ich durfte sie mit einer Projekttasche beglücken.


Für sie stand von vorneherein fest, dass sie gerne "was mit Schafen" haben wollte und ich habe riesiges Chaos veranstaltet, bis das Täschchen endlich fertig war. Zuerst Kombistoff zum türkisen Stoff bestellt, dann festgestellt, dass der türkise Stoff nicht reicht und umgeschwenkt auf die Kombi in den Fotos. Dann wurde klar, dass die Schaf-Stickdatei, die ich habe, viel zu groß ist, eine neue gesucht, die dann aber auch erst noch kleiner gequetscht werden musste und so weiter.


 
Ein Wunder, dass dann doch aus dem Täschchen noch was geworden ist, ich hätte es fast nicht mehr geglaubt.



Weil ich dann aber gerade so schön im Flow war, habe ich einfach weiter gemacht und es ist fast ohne darüber nachzudenken ein zweites Täschchen entstanden - ein echtes Upcycling-Projekt, denn der schwarz-rote Blumenstoff war mal ein Sommerkleid.


Und das tollste: Frau Farbularasa hat mir das zweite Täschchen abgenommen und versucht es nun bei den diversen Stricktreffs, die sie so besucht, loszuwerden. Passt ja eigentlich ganz gut - sie hat die Wolle, ich die Täschchen, mal sehen, ob daraus eine fruchtbare Verbindung wird.


Ich hätte noch Stoff für ein weiteres schwarz-rotes... Ich glaube, meine zwei, die ich habe, sind ohnehin noch nicht genug... Und passt der angefangene rote Socken nicht hervorragend zum Täschchen? Naja, ich würde mich nicht wundern, wenn es demnächst ein Wolldascherl-RUMS gäbe, hihi.


Und last but not least ein Wolldascherl, dass mir seinerzeit vor ungefähr einem Jahr durch die Lappen gegangen ist - ich hatte es im Zuge der *Schulmädchenzimmerumgestaltung* genäht aus drei Patch-Panels, die noch übrig geblieben waren und einfach vergessen, es zu fotografieren.


Da das Töchterlein bislang noch nicht stricken kann, hebt sie ihr Stricklieselzubehör darin auf. Mal sehen, ob und wann sie auch vom Strickvirus infiziert wird und die Liesel den Nadeln weichen muss.


Ich hatte mich daran versucht, dem Täschchen Innenleben einzuhauchen, aber so richtig "praktisch" ist es nicht geworden. Mal sehen, eventuell habe ich irgendwann mal noch eine zündendere Idee. 

Freitag, 14. Oktober 2016

Mönsterliches Nachthemd

Gerade mal ein bissel über ein Jahr ist es her, dass wir das Kleinkindzimmer der Süßmaus in ein *Schulmädchenzimmer* mit vielen Rosen und viel rosa verwandelt haben. Und schon damals habe ich gezweifelt, dass die rosa Rosen die Zeit überdauern würden.


Mein Gefühl hat mich nicht getrogen, seit einigen Wochen geht es bei uns nämlich düster zu - Monster-High hat bei uns Einzug gehalten und die neuen Farben der Stunde sind bunt-schwarz.
(Aber der Kuschelhase muss natürlich trotzdem noch jede Nacht mit ins Bett.)


Was soll ich sagen, das Zimmer wird AUF KEINEN FALL schon wieder renoviert, aber ein paar Teilchen in "mönsterlich" kann ich nicht verwehren. (Nicht, dass das mit den rosa Rosen zusammen gut aussähe, aber auch das kann ich nicht ändern...)


 Schon länger gibt es bei uns einen Coupon Webware mit den gruseligen Mädels drauf, eigentlich für die große Tochter vor eine kleinen Ewigkeit gekauft, die dann aber aus der Phase schon wieder raus war. Der wurde jetzt mit viel Improvisation bei Länge und Weite gerade noch so zu einem Nachthemd.


Viel Spitze an den Säumen darf natürlich nicht fehlen - die Süßmaus ist ja soooo ein Mädchen, grins.


Ich habe wieder den Schnitt 7638 von Simplicity verwendet, wie *hier* und *hier* auch schon, ich musste noch nicht mal neu abpausen, da sie echt wenig gewachsen ist im letzten Jahr.


Als Hintergrund beim Posing dient übrigens die neue Bettwäsche, die wir vor dem Regal aufgespannt haben und jaaaa - es gibt noch eine zweite, identische Bettwäsche, die ich dann wieder zerschneiden werde - noch mehr mönsterliche Nachthemden, Kissen, Leseknochen, etc. Seufz.

Dienstag, 11. Oktober 2016

Weste und Schlaghose

Alles fing damit an, dass die Süßmaus nun ihre "Kleidchenphase" endlich überwunden hat und auch Hosen mittlerweile gerne anzieht. Eine von ihrer großen Schwester schon ewig im Schrank liegende hatte es ihr - wegen des Schlages am Bein - nun besonders angetan. Leider - weil so lange verschmäht und liegen gelassen - passte sie nur noch oben am Bund, unten aber gar nicht mehr.


Also habe ich den Schlag abgetrennt und aus zufällig vorhandenem, passendem Blümchencord einen neuen, längeren (der im Nachhinein NOCH länger hätte sein dürfen) angenäht.


So weit, so gut. Dann war da aber noch so viel von dem Cord-Stoff übrig, so dass es nur die Frage eines Gedankens war, bis die Idee geboren wurde, noch eine Weste dazu zu nähen. Es wurde ein *burda-Schnittmuster*, weil uns der asymetrische Frontteil so gut gefallen hat.
 


Allerdings habe ich die Weste nicht mit Schrägband eingefasst, sondern klassisch gedoppelt und Taschen in Herzform "dazuerfunden".


Das Doppeln, bzw. das Wenden, nachdem man die Teile links auf links zusammengenäht hat, war erst gar nicht so leicht, ich dachte, es reicht, wenn man wie bei Kissen oder Taschen unten eine Wendeöffnung lässt. Und dann bin ich stecken geblieben mit meiner Weste, bis ich nachgelesen habe und lernen musste, dass man auch die Schulternähte offen lassen muss, damit es funktioniert.


Wie man sieht mag die Süßmaus ihre neue Kombi, was dazu führt, dass ich im Geiste schon die zweite, zu kurz gewordenen Hose - diesmal eine hellblaue Jeans - abgeschnitten, "verschlagt" und eine Weste dazu genäht habe. Die nächste Weste wird dann aber noch ein bissel schmäler geschnitten sein und etwas taillierter.


Donnerstag, 6. Oktober 2016

Muscheltuch

Das sind wir mal wieder, es ist Donnerstag, äääh, *RUMStag* und ich kann teilnehmen, freu!
 

Heute etwas gestricktes, nämlich das Muscheltuch *Seashell* von Nicola Susen. Ich mag einige ihrer Designs total gern, die Socke "Dehnungsfuge" habe ich ja schon *hier* gezeigt und zwei Cardigans nach einer Anleitung von ihr sind auch am Werden - das dauert aber noch, seufz.


Ich habe sehr untypisch grün-rosa-pink gefärbte Tweedwolle - sozusagen Mädchentweed - verstrickt, gefärbt mal wieder von der lieben Heidrun vom *Buntfaden*.


Da sie immer nur Unikate färbt, muss man schon ein bissel erfinderisch sein, wenn man sich ein Mehr-als-ein-Knäuel-Projekt mit ihrer Wolle vornehmen will und so habe ich einfach zwei miteinander harmonierende Knäuel verblendet.


Zweidrittel vom ersten Knäuel verstrickt, dann das letzte Drittel mit dem ersten Drittel vom zweiten Knäuel alle zwei Reihen abgewechselt und schlussendlich das zweite Knäuel zu Ende gestrickt.


Groß ist es geworden, finde ich, man kann es bequemst um die Schultern drapieren. Trotzdem fehlen mir ca. 30 Reihen aus der Originalanleitung, die mit Lacegarn gestrickt ist - ich hingegen hatte leicht dickere Sockenwolle und obwohl es 70 Meter mehr waren, war es halt hinten doch zu wenig, grins.
 
 
 
Hier nochmal ein Foto von "zwischendurch", oben im Bild erkennt man die beiden Knäuel - der eine eher grün, der andere eher pink und beide ziemlich hübsch zusammen...